Sitzung

Heute kann ich Gina nicht mitnehmen. Denn ich gehe zur Sitzung in den Info-Container des Begrünungsprojektes am Bunker in der Feldstraße. Wie ich gelesen habe, werden Leute gesucht, die sich an dem Projekt beteiligen.

Ich bin pünktlich. Doch die fünf Mitglieder der Arbeitsgruppe sind schon da. Sie sitzen über den Grundrissen vom Bunker.

Die kleine Gruppe trifft sich schon seit ein paar Wochen. Sie haben ein Konzept für die Begrünung der verschiedenen Ebenen erstellt. Schulgarten, Ruhezone, Kräuterspirale, Schaukästen, Zen-Garten, Fluchtwege und Sitzbereiche – alles ist schon geplant.

Ich bin beeindruckt. Gut, wirklich gut, denke ich … aber auch ein bisschen schade, dass schon alles fertig geplant ist. Denn ich hatte mir auch Vorschläge für den Bunker überlegt.

Planungsarbeiten an der Begrünung des Bunkers an der Feldstraße.

Planungsarbeiten an der Begrünung des Bunkers an der Feldstraße.

Ich wünsche mir, dass auf dem Bunker ein Lebensraum für alle entsteht – auch für Tiere.

Der Bunker und das Gelände darum herum beheimaten kaum Wildtiere. Durch die vielbefahrenen Straßen können auch kaum Tiere wieder einwandern. Nur Vögel können diese Barriere überwinden.

Wie kann der Lebensraum in der Stadt wieder von den Vierbeiner besiedelt werden? Das ist eine Frage, die mich auch beim Bunker beschäftigt.

Und außerdem wünsche ich mir Wasser auf dem Bunker. Ohne Wasser geht´s nicht, finde ich. Ich weiß nicht, seh ich so … bloß – wie umsetzen?

Vorsichtig frage ich an, ob vielleicht auch ein Bereich mit Wasser eingeplant ist. „Ja“, sagt Dennis, „das haben wir natürlich auch schon geplant.“ Und er zeichnet im Plan einen Flusslauf auf dem Dachgarten ein.

Ich bin sprachlos. Das hätte ich nicht zu hoffen gewagt. „Nun müssen wir noch klären, welcher Filter eingebaut werden muss.“ sagt Dennis.

Filter? – „Na, der Wasserfilter für den Fluss.“

Äh, ja …

Wie macht man das denn?

Mal auf´s Dach steigen

Heute wollen Gina und ich uns Hamburg mal von oben ansehen. Denn ab 18.00 Uhr findet im Hamburger Stadtteil St. Pauli eine Führung auf den Bunker an der Feldstraße statt.

Sonja Brier, eine der Initiatorinnen des geplanten Begrünungsprojektes für den Bunker, macht die Führung.

Der ehemalige Flakbunker an der U-Bahnstation Feldstraße in St. Pauli.

Der ehemalige Flakbunker an der U-Bahnstation Feldstraße in St. Pauli.

Sonja Brier ist eine der InitiatorInnen des Projekt

Sonja Brier ist eine der Initiatorinnen des Projekt „Hilldegarden“ zur Begrünung des Bunkers an der U-Bahn Feldstraße.

Zusammen mit ungefähr zehn anderen Teilnehmern fahren Gina und ich dazu in den fünften Stock des Gebäudes. Dort steigen wir an dem Musik-Club „Terrace Hill“ aus. Er wirbt mit „entspanntem Abfeiern auf der grandiosen Terrasse“ mit Blick über die Dächer Hamburgs.

Und grandios ist der Eindruck hier oben wirklich. Zwar sind wir noch nicht ganz oben auf dem Bunker angelangt. Aber hier auf dem sogenannten „Kragen“, einer Plattform, die um das Gebäude herumgeführt ist, haben wir schon einen beeindruckenden Überblick über die Stadt.

Auf der einen Seite reckt sich der 280 Meter hohe Heinrich-Hertz-Turm, auch Telemichel genannt, in den Himmel. Weiter westlich schauen wir über das Heiligengeistfeld. Beim Winterdom vom 6.11. bis zum 6.12.15 wird es hier wieder voll werden. Dahinter können wir die Elbphilharmonie und die Hauptkirche St. Michaelis sehen.

Unten fließt der Verkehr der Hamburger Innenstadt um uns herum. Die Menschen strömen durch das Karoviertel, in die Laeiszhalle oder zur Reeperbahn. Doch hier oben scheint das alles eigentümlich weit weg zu sein.

Blick vom Bunker Richtung Fernsehturm und Außenalster.

Blick vom Bunker Richtung Fernsehturm und Außenalster.

Von dem relativ tristen Beton-Balkon schauen Gina und ich auf das Panorama Hamburgs. Hier sowie auf den breiten Eckterrassen des Bunkers sollen zukünftig Pflanzen sprießen!  Werden hier farbenfrohe Blumen blühen, Weinreben ranken oder üppige Büsche wuchern? Immer neue Bilder tauchen in meinem Kopf auf.

Dann geht es noch weiter hinauf. Sonja führt unsere Gruppe über eine Außentreppe nach ganz oben. Jetzt sind wir auf dem Dach. Auch hier ist Begrünung geplant, wenn die insgesamt 38 Meter hohen Aufbauten beendet sind. Ich freue mich schon sehr darauf!

Die Wendeltreppe im Inneren des Bunkers. Im Zweiten Weltkrieg gab es hier kein Eisengitter.

Die Wendeltreppe im Inneren des Bunkers. Im Zweiten Weltkrieg gab es hier kein Eisengitter.

Über die Wendeltreppe gehen wir zurück nach unten. Während des Krieges gab es das eiserne Treppengeländer nicht. Das führte oft zu Abstürzen, wenn die Menschen voller Angst vor den Bombenangriffen hier Schutz suchten.

Kontrastprogramm – vom Erinnern und Planen und einem Spinathut

Heute geht´s mal nicht ins Grüne. Denn Grün gibt es an der U-Bahn-Haltestelle „Feldstraße“, wo ich mit Gina aussteige, nicht sehr viel. Doch das soll sich bald ändern, denn der Bunker hier neben der U-Bahn im Stadtteil St. Pauli soll begrünt werden.

Im Oktober 2013 kam zwei Anwohnern des Viertels, Mathias Müller-Using und seiner Nachbarin Sonja Brier der Gedanke, man könne doch das Dach des Bunkers begrünen. Und es blieb nicht beim Gedankenspiel. Bald hatte sich ein Team von Interessierten zusammengefunden, das das Projekt „Hilldegarden“ gründete.

Inzwischen geht es dabei um ein umfangreiches Bauprojekt, bei dem durch einen mehrstöckigen Aufbau 8000 Quadratmeter öffentliche Grün- und Gemeinschaftsflächen geschaffen werden sollen. Zugänglich gemacht werden sollen sie durch eine 300 Meter lange Rampe, die neben der U-Bahn Feldstraße beginnt und einmal um den ganzen Bunker führt.

Geplant ist die Schaffung von öffentlichen Räumen, eine Gedenkstätte zur Geschichte des Bunkers, ein Amphitheater und ein 1000 Quadratmeter großer Kultursaal.

Geplant ist die Schaffung von öffentlichen Räumen, eine Gedenkstätte zur Geschichte des Bunkers, ein Amphitheater und ein 1000 Quadratmeter großer Kultursaal.

Durch den geplanten Aufbau soll der ehemalige Flakbunker in der Feldstraße von 37,29 m auf rund 58 m erhöht werden.

Durch den geplanten Aufbau soll der ehemalige Flakbunker in der Feldstraße von 37,29 m auf rund 58 m erhöht werden.

Nach und nach entstand in einem offenen Beteiligungsprozess mit den Anwohnern und interessierten Bürgern ein umfassendes Konzept. Diese Planung überzeugte den Erbpächter und Investor Thomas Matzen, so dass sie voraussichtlich im Oktober den Architekten übergeben werden kann. Der Beginn der Bauarbeiten ist auf Januar terminiert.

Anstehen für ein Konzert im

Anstehen für ein Konzert im „Uebel & Gefährlich“ – bisher wird der Bunker von Musikfirmen und Clubs genutzt.

Der Bunker soll zukünftig noch viel grüner werden.

Der Bunker soll zukünftig noch viel grüner werden.

Mit den Umbauten verbunden sind viele innovative Ideen, die dabei umgesetzt werden sollen. So sind Windenergie-, Wärmegewinnungs- und Wasseraufbereitungskonzepte geplant.

Besonders spektakulär wird aber die Begrünung wirken. Sie bildet einen wunderbaren Kontrast zur dortigen innerstädtischen Architektur und wird sicherlich zu einer großen Bereicherung für die Stadt werden.

Das Interesse in der Bevölkerung ist groß. Das führte auch zu einem neuen Namen für den Aufbau. Er wird jetzt scherzhaft als „Spinathut“ bezeichnet. Große Hoffnungen ruhen auf diesem grünen Hut. Anfang 2017 – ungefähr zeitgleich mit der Elbphilharmonie – soll er fertig sein.

Ich liebe den innerstädtischen Bereich in Hamburg. Es gibt dort so große Vielfalt. Aber oft fehlt mir nach einer Weile das Grün. Hier können sich Interessierte an seiner Gestaltung beteiligen.

Ein faszinierendes Projekt!

Durch die Blume(n) – im Altonaer Dahliengarten

Die Dahliensaison geht von Mitte Juli bis Mitte Oktober. In dieser Zeit ist der Altonaer Dahliengarten in der Luruper Chaussee Ecke Stadionstraße immer mal wieder ein schönes Ausflugsziel für Gina und mich. Der Park ist 1,5 Hektar groß und beinhaltet 800 verschiedene Dahliensorten. Er ist offen für Hunde und der Eintritt ist frei.

Der Altonaer Dahliengarten ist Deutschlands ältester noch bestehender Dahliengarten.

Der Altonaer Dahliengarten ist Deutschlands ältester noch bestehender Dahliengarten.

Hier gibt es ein Feuerwerk an Farben und unterschiedlichen Formen bei den Dahlien zu sehen - auch für Spaziergänger mit Hund.

Hier gibt es ein Feuerwerk an Farben und unterschiedlichen Formen bei den Dahlien zu sehen – auch für Spaziergänger mit Hund.

Das Hamburger Wetter hat dieses Jahr den Dahlien anscheinend zugesetzt. Wie zu lesen ist, haben sie sich nicht optimal entwickelt wegen dem vielen Regen dieses Jahr.

Dieser Sommer war zu regnerisch für die Dahlien - hatten wir das nicht irgendwann schon mal ;-) ?

Dieser Sommer war zu regnerisch für die Dahlien – hatten wir das nicht irgendwann schon mal 😉 ?

Mir hat der Dahliengarten sehr gut gefallen! Denn trotz zu viel Regen und zu wenig Sonne war ich begeistert von den kräftigen Farben und der Blütenfülle dort.

Zweifarbige Dahlie aus dem Dahliengarten Hamburg-Altona.

Zweifarbige Dahlie aus dem Dahliengarten Hamburg-Altona.

Witzig fand ich auch viele Namen der Blumen. IMG_2906

Dahliensorte

Dahliensorte „Th. A. Eddison“.

Von Maniac“ bis „Th. A. Eddison“ ist alles dabei.

Ein Spaziergang im Altonaer Volkspark

Heute war irgendwie der Wurm drin – ich bin genervt, gestresst, alles ist zu viel …

Wegbeamen, das wär´s jetzt. Geht aber nicht.

Hm, was tun?

Spazieren gehen ist ja sooo beruhigend. Und mit Gina muss ich ganz viel spazieren gehen. Wenn´s nach ihr ginge, den ganzen Tag.

Waldspaziergänge sollen ja besonders gut entspannen.

Also, dann gehen wir heute im Wald spazieren.

„Perfekt!“ findet Gina.

Gina beim Spaziergang im Altonaer Volkspark.

Gina beim Spaziergang im Altonaer Volkspark.

Das Wetter ist zwar recht regnerisch.

Aber das macht nichts. Ich find´s spannend, wieviel Pilze es schon gibt.IMG_2840IMG_2843

Und Eicheln und Tannenzapfen erinnern ein bisschen an lange zurückliegende Bastelstunden. „So, Kinder, jetzt basteln wir ein Zwergenhaus. Dazu sammeln wir schöne große Tannenzapfen …“

Mein Zwergenhaus brach immer zusammen.

Basteln hat mir aber trotzdem Spaß gemacht.

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Es stimmt schon, dass Waldspaziergänge beruhigend sind. Das konnte ich heute bei mir feststellen.

Und sie machen Appetit. Ich habe plötzlich einen riesigen Hunger!

Also schnell nach Haus und Abendbrot machen.

„Reisen mit Lord Billy“ – Eine Buchbesprechung

Es gibt Bücher, die lese ich ganz gerne mehr als einmal.

So geht es mir auch bei „Reisen mit Lord Billy“ von Ingrid und Gerhard Zwerenz. Pünktlich zur Urlaubszeit bekam ich Lust, den  „zweiten Roman einer Freundschaft“ mal wieder aufzuschlagen.

Darin schildert das Schriftsteller- Ehepaar ihr Leben mit dem Chow-Rüden. Lord Billy ist ein ganz besonderer Hund, wie sie zum einen bei der Schilderung ihres gemeinsamen Alltags in Oberreifenberg im Hochtaunus und zum anderen ihrer Reise in die spanische Biskaja zeigen.

Ist der egozentrische Chow, der stets im Mittelpunkt stehen muss, überhaupt ein Hund? Diese Frage stellt sich, angesichts der vielen Unterschiede, die Ingrid und Gerhard herausfinden.

Auf jeden Fall ist Lord Billy eine imposante Erscheinung und ein Hund, der sich ganz auf die Wünsche „seiner“ Menschen einstellt. Und er weiß inzwischen, wie sie zu nehmen sind: „Manchmal redeten sie Unsinn; das nannten sie dann Humor, Ironie und tiefere Bedeutung.“ Nein, selbst der klügste Hund konnte aus dem, was die Menschen sprachen, nicht immer

I. und G. Zwerenz, Reisen mit Lord Billy. Eine Buchbesprechung

I. und G. Zwerenz, Reisen mit Lord Billy. Eine Buchbesprechung

klug werden. Doch wozu sich aufregen, denn Billy wusste ja: „Inkonsequenz, dein Name ist Mensch“ …

Bevor der zweite Band über ihn fertig war, starb der Hund der Zwerenz´. Sein Verlust traf die beiden schwer, und Gerhard Zwerenz mochte danach nicht mehr weiter daran schreiben; er wollte gar nicht mehr schreiben.

So ist das Buch von seiner Frau fertiggestellt und auch in weiten Teilen von ihr gestaltet worden. Es ist mit viel Humor und noch mehr Einfühlungsvermögen in die Psyche von ihrem Chow Lord Billy geschrieben. Ich kann es als kurzweilige Urlaubslektüre für alle Hundefreunde nur empfehlen.

Ein Ferienausflug zum Freizeitpark bei Soltau

Heute habe ich mal wieder eine Wissenslücke bei mir entdeckt. Ich habe ja gar keine Ahnung vom Heide Park Resort!  Meinte jedenfalls unser Sohn Alex. Damit sich das ändert, durfte ich mit ihm und seinem Freund Lennard einen Ausflug zu diesem Freizeitpark in der Nähe von Soltau machen. Gina wollte natürlich auch mit. Dort angekommen, war es auf den Wegen zum Heidepark schon reichlich voll. Zusammen mit kaum zu überblickenden Menschenmassen schoben wir uns langsam in Richtung Eingang. Im Freizeitpark hieß es dann:

Heute habe ich mal wieder eine Wissenslücke bei mir entdeckt. Ich habe ja gar keine Ahnung vom Heide Park Resort!
Meinte jedenfalls unser Sohn Alex.
Damit sich das ändert, durfte ich mit ihm und seinem Freund Lennard einen Ausflug zu diesem Freizeitpark in der Nähe von Soltau machen.
Gina wollte natürlich auch mit.
Dort angekommen, war es auf den Wegen zum Heidepark schon reichlich voll. Zusammen mit kaum zu überblickenden Menschenmassen schoben wir uns langsam in Richtung Eingang. Im Freizeitpark hieß es dann: „Welcher Abenteuer-Typ bist du?“
Wir konnten zwischen „Thrillseeker-„, Familien- und Kinder-Attraktionen wählen.
Gina fand „Thrillseeker“ am besten!

Aber Hunde dürfen in die aufregenden Attraktionen des Parks nicht hinein - zum Glück, wie ich fand.  Alex und Lennard verabschiedeten sich dann schnell, um sich ins Abenteuer zu stürzen. Mich reizte jedoch weder

Aber Hunde dürfen in die aufregenden Attraktionen des Parks nicht hinein – zum Glück, wie ich fand.
Alex und Lennard verabschiedeten sich dann schnell, um sich ins Abenteuer zu stürzen.
Mich reizte jedoch weder „Colossos“, die höchste Holzachterbahn Europas noch der Freifallturm „Scream“ mit über 70 Meter „effektiver Fallhöhe“ besonders.
Eigentlich hätte ich ganz gern einen Kaffee getrunken. Doch in der Gastronomie war es auch schon überall voll.
(Foto: Ticket vom Heide Park Resort Soltau)

Gina und ich sind dann lieber in der Nähe vom Park Spazieren gegangen.  Es ist auch wirklich schön dort, eine waldige Gegend mit ruhigen Wanderwegen.

Gina und ich sind dann lieber in der Nähe vom Park Spazieren gegangen.
Es ist auch wirklich schön dort, eine waldige Gegend mit ruhigen Wanderwegen.

Aber Gina mag den Freizeitpark sehr!  Denn das ist einmal ein Park, wo Hunde  auch rein dürfen, toll! Heute war es uns ein bisschen zu voll, aber vielleicht klappt es ja beim nächsten Besuch.

Aber Gina mag den Freizeitpark sehr!
Denn das ist einmal ein Park, in den Hunde auch rein dürfen, toll! Heute war es uns ein bisschen zu voll, aber vielleicht klappt es ja beim nächsten Besuch.