Gina geht an Bord

 

IMG_20170402_143328219_HDR - Kopie

 

Kürzlich öffnete das Hafenmuseum in Hamburg zum ersten Mal wieder in 2017 seine Pforten. Es befindet sich im Freihafen an der Australiastraße in der Nähe des S-Bahnhofs Veddel (Ballinstadt). Höchste Zeit also, dem Museum mal wieder einen Besuch abzustatten, sagten Holger, Alex und ich uns.

Zu besichtigen sind dort der historische Kaischuppen 50A sowie Großobjekte zu Land und zu Wasser, wie z.B. der Stückgutfrachter „Bleichen“, Kaikräne, Vancarrier, der Schwimmdampfkran „Saatsee“ und der Schutendampfsauger „Sauger IV“.

Mit einer Unmenge an Anschauungsmaterial über die Entwicklung des Hamburger Hafens ist diese Ausstellung interessant für die ganze Familie. Sie befindet sich teilweise draußen, so dass wir bei unserem Besuch gestern das meist gute Wetter genießen konnten. Außerdem –  und das freute mich besonders – ist sie auch für Hunde geöffnet!

So begleitete Gina uns in die riesigen Kaischuppen, zu nautischen Geräten und riesigen Hebevorrichtungen und auf historische Hafenkähne. Egal, wohin wir gingen, sie wollte auf jeden Fall dabei sein.

IMG_20170402_143620468_HDR - Kopie

Gina im Außenbereich des Hafenmuseums. Rechts ist der historische Schutendampfsauger „Sauger IV“ zu sehen, im Hintergrund der Stückgutfrachter „MS Bleichen“.

.

 

 

 

Besonders die Flotte im Außenbereich der Anlage hatte es uns angetan. Vom Ponton aus konnten wir die „Flotte“ des Museumshafens besichtigen. Zu ihr gehört ein Schutendampfsauger von 1909, ein Schwimm-Dampfkran von 1917, eine Kastenschute von 1913 und auch der Stückgutfrachter „MS Bleichen“.

Auf der „MS Bleichen“ haben wir uns dann alle zusammen eine ganze Weile aufgehalten und sie besichtigt. Sie wurde 1958 auf der Nobiskrug-Werft in Rendsburg gebaut.

Schiffe wie dieses prägten das Bild des Hamburger Hafens vor der Zeit der Containerschiffe. Und auch an den Kaischuppen wie „Schuppen 50A“ wurden regelmäßig solche Schiffe be- und entladen.

Obwohl an der „MS Bleichen“ noch fleißig Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, konnten wir uns bei unserem Besuch doch einen lebhaften Eindruck vom Leben an Bord bekommen.

IMG_20170402_150325059 - Kopie

Wir genossen an Deck die Sonne, die frische Luft und den weiten Ausblick und tauchten dann wieder in das Innere des Schiffes ab, um die vielen Gänge und Arbeitsräume zu erkunden.

IMG_20170402_143840508

Wie Gina wohl so ein Leben als Bordhund wohl finden würde? Ob sie gern zur See fahren würde? Und können auch Hunde seekrank werden? ging es mir durch den Kopf.

Beispiele für Hunde an Bord gab und gibt es immer wieder. Speziell von den Bordhunden der Marine haben einige eine gewisse „Berühmtheit“ erlangt. Einer davon ist Sindbad, der auf einem der Patrouillenboote der Küstenwache von 1938 bis 1949 beheimatet war.

Bordhunde wurden in der Regel nicht als Schutz- oder Diensthunde auf den Schiffen eingesetzt. Es hat jedoch auch Berichte über Fälle gegeben, in denen ein Bordhund Mitglieder der Mannschaft oder andere Menschen vor dem Ertrinken gerettet hat. Im Allgemeinen fungierten die Hunde jedoch als Mascottchen auf den Schiffen und brachten etwas Abwechslung und Unterhaltung in den Seemannsalltag. Sie waren daher meist recht beliebt bei der Mannschaft und wurden entsprechend liebevoll versorgt. So erlangten Bordhunde oft ein hohes Alter bei guter Gesundheit. Obwohl auch für sie das Leben auf See nicht immer leicht ist, denn auch Hunde können seekrank werden.

 

220px-Sinbad_USCG_publicity_still[1]

Sindbad, Bordhund auf einem amerikanischen Patrouillenboot von 1938 bis 1949.

Gina fühlte sich jedoch zunächst unsicher an Bord. Das ganze Schiff war ihr zunächst nicht geheuer, und speziell wenn es sich bewegte war ihr das suspekt. Die Stahltreppen darauf fand sie besonders gewöhnungsbedürftig, denn ihre Pfoten fanden auf den steilen, schmalen Treppen nur wenig Halt und jeder Schritt verursachte in ihren empfindlichen Hundeohren laut hallende Geräusche.

IMG_20170402_144018425

Das wichtigste ist für unsere Hündin jedoch immer, bei ihrem „Rudel“ zu sein, was in ihrem Falle unsere Familie ist. Sie akzeptierte daher bald das Schiff und blieb uns immer dicht auf den Fersen. Das zeigte uns einmal mehr, wie anpassungsfähig Hunde und speziell unser Hund doch sind.

IMG_20170402_145021584

Als wir uns schließlich auf den Heimweg machten und die ungewohnte Umgebung verließen, wurde Gina jedoch ganz deutlich entspannter. Wir merkten es ihr an, wie ihre Selbstsicherheit wuchs. Es war, als würde sie sagen: Hurra, endlich wieder fester Boden unter den Füßen!

 

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s